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Der Bodengrund – Sand oder Kies

Sonntag 15. März 2009 von Stefanie

Egal für welchen Bodengrund man sich entscheidet, er sollte einige Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • er darf keine giftigen Substanzen an das Wasser abgeben
  • er darf keine scharfen Kanten haben, an denen sich Fische verletzen könnten
  • er sollte das Wasser nicht trüben

Der Boden ist nicht nur eine Dekoration für das Aquarium sondern gibt den Pflanzen halt und dient als Lebensgrundlage für Pflanzen als auch Tiere bzw. Bakterien. Der Boden bietet den Pflanzen und Tieren Nährstoffe, die sie zum Leben benötigen. Dabei siedeln sich im Filter als auch im Bodengrund Bakterien an, die zum Stoffabbau beitragen.

Echte Wasserpflanzen können Nährstoffe über die gesamte Oberfläche aufnehmen. Die Aufnahme über die Wurzeln bietet eine weitere, wenn meist auch weniger genutzte Möglichkeit der Nährstoffaufnahme.  Viele eingesetzte Aquarienpflanzen sind aber eigentlich Sumpfpflanzen. Sie bilden meistens ein ausgeprägtes Wurzelwerk und beziehen den Großteil der Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Boden.

Für die Gestaltung stehen dem Aquarianer viele Bodenarten zur Verfügung. Die beiden wichtigsten Vertreter sind der Sand und der Kies.  Sand unterscheidet sich von Kies aufgrund der Korngröße. Dabei lassen sich verschiedene Unterteilungen nach DIN-Norm vornehmen:

Art Grobkies Mittelkies Feinkies Grobsand Mittelsand Feinsand
Korngröße in mm 20-63 6,3-20 2-6,3 0,63-2 0,2-0,63 0,063-0,2

Dabei besteht der Bodengrund aus einer Mischung von Körner unterschiedlicher Größe. Sehr feine Körner können sich in die Poren, der Großen setzen und so das Porenvolumen verringern.

Sowohl Sand als auch Kies haben ihre Vor- und Nachteile für die Anwendung in der Aquaristik. Dabei wachsen in beiden Bodenarte Pflanzen.

Kies

Kies bildet eine lockere Struktur mit großen Poren, in der Pflanzen gut wurzeln können. Die großen Poren ermögliche eine gute Wasser- und Sauerstoffzirkulation. In den Poren siedeln sich Mikroorganismen an, die in einigen Aquarien einen recht großen Beitrag zum Schadstoffabbau leisten. In einigen Aquarien soll diese Abbaurate größer, als die des Filters, sein. Der Boden bildet als Raum-Zeit-Struktur aber ein vierdimensionales System. Er ist damit kein starres Gebilde sondern verändert sich mit der Zeit. Aufgrund der großen Poren kann Mulm sehr leicht in die Poren des Kieses eindringen und sich dort sammeln. Durch diese Verdichtung wird die Wasserbewegung durch den Kies reduziert. Der Mulm wird dabei von den Bakterien unter Sauerstoffverbrauch abgebaut. Es entstehen sauerstoffreie Zonen, die die Wurzeln der Pflanzen schädigen können. Daher muss in gewissen Zeitabständen der Mulm aus dem Kies durch Mulmglocken entfernt werden.

Vor der Verwendung von Kies im Aquarium sollte dieser gewaschen werden um mögliche Verunreinigungen und Feinanteile zu entfernen.

Von farbigem Kies kann ich im Allgemeinen nur abraten. Alle Farbstoffe werden sich zu einem bestimmten Anteil im Wasser lösen. Jede Substanz hat schließlich ein Löslichkeitsprodukt, sei es noch so klein! Desweiteren haben sich Fische, besonders Bodenfische, im Laufe der Evolution an den Boden vom Aussehen her angepasst. Bei farbigem Kies funktioniert diese Tarnung nicht mehr, die Fische werden daher schreckhafter. Sie könnten ja schließlich von einem „Fressfeind” leicht entdeckt werden.

Sand

Sand eignet sich vor allem bei der Haltung von bodenbuddelnden und gründelnden Arten wie Panzerwelsen und einige  Barscharten. Die Tiere können sich an scharfkantigen Körner verletzen. In die kleinen Poren des Sandes kann der Mulm nicht oder nur kaum eindringen. Aufgrund des geringen organischen Anteils im Boden kommt es zu keiner größeren Sauerstoffzehrung im Sand. Die Wasserströmung im Sand ist dabei gering. Dem Sand kann daher nicht, wie bei Kies, eine größere Filterleistung zugesprochen werden. Der Schadstoffabbau muss daher in Sandaquarien hauptsächlich an anderen Orten wie im Filter oder in Mulmecken etc. erfolgen. Daher ist eine gute Filtertechnik in Sandbecken unabkömmlich. Der Sand sollte vor Gebrauch gewaschen werden um Verunreinigungen zu entfernen und Feinanteile, die sonst den Sand zusetzen könnten.

In meinem Aquarium wuchsen die Pflanzen auf Sand als auch auf Kies. Die Welse gründelten dagegen nur im Sand richtig. Und spätestens wenn man einmal gesehen hat, wie Barsche Sand aufnehmen und durch die Kiemen wieder raus befördern, sollte man erkennen, dass man diesen Tieren wenigstens einen Teilbereich mit Sand anbieten sollte.

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