blub und weg

Aquaristik Blog: schöne Aquarien glückliche Fische das ideale Aquarium

Archiv für März, 2009

Hätten Sie es gewusst? – Stumme und taube Fische

Mittwoch 18. März 2009 von Stefanie

… dass Fische weder taub noch stumm sind?

Fische weisen zwar keine äußere Ohröffnung und kein Mittelohr (kein Trommelfell) auf, besitzen aber ein Innenohr. Der Schall (Druckschwankung) wird oft über die Schwimmblase weitergeleitet. Die Schallübertragung auf das Mittelohr erfolgt dann entweder über Membranen und Flüssigkeiten oder über Knochenleitung [1]. Neben Tönen können Fische auch Erschütterungen mit Hilfe des Seitenlinienorgans wahrnehmen [2].

Darüber hinaus sind viele Fische auch in der Lage Töne von sich zu geben. Die Geräusche können zum Beispiel dem Revierverhalten oder dem Fortpflanzungsverhalten dienen. Die Lauterzeugung erfolgt auf verschiedenen Wegen. Manche Arten versetzen ihre Schwimmblase in Schwingung, manche reiben ihre Kehlzähne, wiederum andere reiben ihre Flossen knarrend in Schultergelenken [2][3]. Der knurrende Zwerggurami heißt schließlich nicht knurrend, weil er immer Hunger hat :) .

Literatur

[1] Gerhard Breves und Wolfgang von Engelhardt (2005) Physiologie der Tiere, Verlag: Enke

[2] http://tms.lernnetz.de/bio/fische/akustik.htm

[3] http://www.dieuniversitaet-online.at/beitraege/news/von-wegen-stumm-wie-ein-fisch/69/neste/17.html

[4] http://www.tiergesundheit-aktuell.de/kleintiere/aktuelles-22.php

[5] http://www.nzzfolio.ch/www/d80bd71b-b264-4db4-afd0-277884b93470/showarticle/3895da14-8f52-43ee-b72b-2a7bdd7a4c26.aspx

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Danke

Dienstag 17. März 2009 von Stefanie

Nun ist er da mein neuer Header :)

Ich möchte an dieser Stelle dem freundlichen Team von http://www.g-stalten.com/ für die Erstellung dieses sehr schönen und harmonischen Headers danken. Mit dem neuen Design kann ich, wie die Barbe, mit meinem Blog durchstarten. Auf zu noch mehr Lesern.

Aber ich möchte auch den mittlerweile 150 Lesern danken, die bisher meine Seite besucht haben. An alle:

Vielen Dank!

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Der Bodengrund – Sand oder Kies

Sonntag 15. März 2009 von Stefanie

Egal für welchen Bodengrund man sich entscheidet, er sollte einige Grundvoraussetzungen erfüllen:

  • er darf keine giftigen Substanzen an das Wasser abgeben
  • er darf keine scharfen Kanten haben, an denen sich Fische verletzen könnten
  • er sollte das Wasser nicht trüben

Der Boden ist nicht nur eine Dekoration für das Aquarium sondern gibt den Pflanzen halt und dient als Lebensgrundlage für Pflanzen als auch Tiere bzw. Bakterien. Der Boden bietet den Pflanzen und Tieren Nährstoffe, die sie zum Leben benötigen. Dabei siedeln sich im Filter als auch im Bodengrund Bakterien an, die zum Stoffabbau beitragen.

Echte Wasserpflanzen können Nährstoffe über die gesamte Oberfläche aufnehmen. Die Aufnahme über die Wurzeln bietet eine weitere, wenn meist auch weniger genutzte Möglichkeit der Nährstoffaufnahme.  Viele eingesetzte Aquarienpflanzen sind aber eigentlich Sumpfpflanzen. Sie bilden meistens ein ausgeprägtes Wurzelwerk und beziehen den Großteil der Nährstoffe über die Wurzeln aus dem Boden.

Für die Gestaltung stehen dem Aquarianer viele Bodenarten zur Verfügung. Die beiden wichtigsten Vertreter sind der Sand und der Kies.  Sand unterscheidet sich von Kies aufgrund der Korngröße. Dabei lassen sich verschiedene Unterteilungen nach DIN-Norm vornehmen:

Art Grobkies Mittelkies Feinkies Grobsand Mittelsand Feinsand
Korngröße in mm 20-63 6,3-20 2-6,3 0,63-2 0,2-0,63 0,063-0,2

Dabei besteht der Bodengrund aus einer Mischung von Körner unterschiedlicher Größe. Sehr feine Körner können sich in die Poren, der Großen setzen und so das Porenvolumen verringern.

Sowohl Sand als auch Kies haben ihre Vor- und Nachteile für die Anwendung in der Aquaristik. Dabei wachsen in beiden Bodenarte Pflanzen.

Kies

Kies bildet eine lockere Struktur mit großen Poren, in der Pflanzen gut wurzeln können. Die großen Poren ermögliche eine gute Wasser- und Sauerstoffzirkulation. In den Poren siedeln sich Mikroorganismen an, die in einigen Aquarien einen recht großen Beitrag zum Schadstoffabbau leisten. In einigen Aquarien soll diese Abbaurate größer, als die des Filters, sein. Der Boden bildet als Raum-Zeit-Struktur aber ein vierdimensionales System. Er ist damit kein starres Gebilde sondern verändert sich mit der Zeit. Aufgrund der großen Poren kann Mulm sehr leicht in die Poren des Kieses eindringen und sich dort sammeln. Durch diese Verdichtung wird die Wasserbewegung durch den Kies reduziert. Der Mulm wird dabei von den Bakterien unter Sauerstoffverbrauch abgebaut. Es entstehen sauerstoffreie Zonen, die die Wurzeln der Pflanzen schädigen können. Daher muss in gewissen Zeitabständen der Mulm aus dem Kies durch Mulmglocken entfernt werden.

Vor der Verwendung von Kies im Aquarium sollte dieser gewaschen werden um mögliche Verunreinigungen und Feinanteile zu entfernen.

Von farbigem Kies kann ich im Allgemeinen nur abraten. Alle Farbstoffe werden sich zu einem bestimmten Anteil im Wasser lösen. Jede Substanz hat schließlich ein Löslichkeitsprodukt, sei es noch so klein! Desweiteren haben sich Fische, besonders Bodenfische, im Laufe der Evolution an den Boden vom Aussehen her angepasst. Bei farbigem Kies funktioniert diese Tarnung nicht mehr, die Fische werden daher schreckhafter. Sie könnten ja schließlich von einem „Fressfeind” leicht entdeckt werden.

Sand

Sand eignet sich vor allem bei der Haltung von bodenbuddelnden und gründelnden Arten wie Panzerwelsen und einige  Barscharten. Die Tiere können sich an scharfkantigen Körner verletzen. In die kleinen Poren des Sandes kann der Mulm nicht oder nur kaum eindringen. Aufgrund des geringen organischen Anteils im Boden kommt es zu keiner größeren Sauerstoffzehrung im Sand. Die Wasserströmung im Sand ist dabei gering. Dem Sand kann daher nicht, wie bei Kies, eine größere Filterleistung zugesprochen werden. Der Schadstoffabbau muss daher in Sandaquarien hauptsächlich an anderen Orten wie im Filter oder in Mulmecken etc. erfolgen. Daher ist eine gute Filtertechnik in Sandbecken unabkömmlich. Der Sand sollte vor Gebrauch gewaschen werden um Verunreinigungen zu entfernen und Feinanteile, die sonst den Sand zusetzen könnten.

In meinem Aquarium wuchsen die Pflanzen auf Sand als auch auf Kies. Die Welse gründelten dagegen nur im Sand richtig. Und spätestens wenn man einmal gesehen hat, wie Barsche Sand aufnehmen und durch die Kiemen wieder raus befördern, sollte man erkennen, dass man diesen Tieren wenigstens einen Teilbereich mit Sand anbieten sollte.

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Wartezeit

Donnerstag 12. März 2009 von Stefanie

Mein Blog erhält bald ein neues Header und ich bin schon ganz gespannt!  Zum Wochenende hin habe ich wieder mehr Zeit und werde wieder einen größeren Artikeln einstellen. Also bis dahin…

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Tagaktive Welse?

Dienstag 10. März 2009 von Stefanie

Oft lese ich, dass blaue Antennenwelse (Ancistren) recht scheue Fische sind, die nur zur Dämmerung rauskommen. Diese Ansicht konnte ich bis jetzt noch nie teilen. Meine Ancistren wuselten immer den ganzen Tag im Aquarium auf der Suche nach etwas essbaren herrum. Dabei habe ich meine Welse selten, wie häufig geraten wird, noch mal abends gefüttert. Ein satter Wels, der das Futter nachts serviert bekommt, hat ja schließlich auch kein Interesse daran, sich am Tage blicken zu lassen. In Gesellschaft mit größeren Fischen (wie bei mir Fiederbartwelse) kann man das Futter auch in, für große Fische schwer erreichbare  Stellen, positionieren. Wenn man dann auch noch regelmäßig Grünkost (wie Gurke) füttert, verhungern einen die Welse auf keinen Fall und man sieht sie auch tagsüber.

Wichtig dabei ist allerdings den Welsen genügend Rückzugsmöglichkeiten zu bieten. Mit einer Rückzugsmöglichkeit im Hinterkopf gehen Welse viel mutiger an ihr Futter ran. Auch eine schwächere Beleuchtung und Abdeckungen auf der Wasseroberfläche, wie Schwimmpflanzen oder schwimmende Borke, haben einen positiven Effekt auf die Welse haen. Beliebter Sammelort von Ancistren, wo man sie klasse beobachten kann, ist übrigens ein Stück Holz oder eine Wurzel. Auch auf breitblättrigen Pflanzen, wie Anubias, konnte ich sie sehr häufig antreffen.

Die Fütterung bei Licht ist dabei eine gute Möglichkeit alle Fische einmal durchzuzählen. Waren die Ancistren dann mal wieder fleißig, sieht man auf dem Aquariumboden viele kleine sich bewegende dunkle Flecken, soweit das Auge reicht. Da kann man beim ersten Mal einen ganz schönen Schreck über die Anzahl seiner Aquariumbewohner bekommen :) .

die Babyancistren reißen die Herrschaft an sich

Meine L239 waren da zwar etwas scheuer, aber auch diese konnte ich zur Fütterungszeit stets beobachten. Da sie auf größere Bewegungen aber mit einem schnellen Rückzug reagierten, hatte ich mal darüber nachgedacht Abdunklungsfolienvon Autos auf die Scheibe zu kleben. Rein theoretisch dürften die Fische dann aus dem Aquarium heraus nichts sehen, während man ins Aquarium ohne Problebe gucken können müsste. Habe ich mir mal so gedacht. Die Idee habe ich aber nie verfolgt.

Vielleicht ist ja auch jemand auf die Idee mit den Folien gekommen und kann uns seine Erfahrungen mitteilen?  Oder es  hat noch jemand andere Tipps  scheue Welse ins Tageslicht zu locken? Ich bin für jeden Ratschlag dankbar.

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Meine Meinung zu Weichwasserfische in hartem Wasser

Montag 9. März 2009 von Stefanie

Ich glaube, dass es sich immer lohnt die Lebensbedingungen der Fische in der Natur in seinem Aquarium umzusetzen. Einige Punkte blieben so unberücksichtigt. In der Studie wurde nur der Regulationsmechanismus betrachtet. Man kann aber davon ausgehen, dass nach 50 000 Jahren der ganze Körper sich auf die lebensfeindlichen Bedingungen eingestellt hat. Es wird mit Sicherheit auch Anpassungen an ein Leben in härten Wasser geben, die sich bei einen recht Standorttreuen Fisch aber nicht lohnen. Alle überflüssigen Anpassungen kosten Energie. Diese könnte an anderer Stelle fehlen, daher werden überflüssige Anpassungen meistens in der Evolution wegrationalisiert oder erst gar nicht entwickelt. Einen Superfisch, der konkurrenzstark in allen Biotopen ist, gibt es nicht!! Daher ist die Betrachtung aller Körperfunktionen wichtig.  Wobei noch nicht alle Funktionen im Körper geklärt oder auch entdeckt worden sind. Sollten im Körper Prozesse existieren, die bei härteren Wasser suboptimal ablaufen oder mit Energieaufwand verbunden sind so kann dies bei sonst optimalen Faktoren nicht auffallen. Bei Stress könnte dies anders aussehen.

Auch andere wichtige Umweltfaktoren (z.B. die Verfügbarkeit von Schadstoffen) hängen von der Wasserhärte und den pH-Wert ab. Diese Faktoren können sich im härteren Wasser ändern und die Fische haben möglicherweise nur schlechte Anpassungen an diese Umweltfaktoren.

Oft ist aber in der Natur so, dass Tiere als auch Pflanzen unter Umweltbedingungen leben, die für sie nicht optimal sind. Tolerieren sie auch für sie schlechtere Bedingungen so können sie in Habitate ausweichen, in den der Konkurrenzdruck durch andere Tiere und Pflanzen nicht so hoch sind. Von dem natürlichen Verbreitungsgebiet kann man daher nicht auf die optimalen Ansprüche schließen.

Nun ist es aber schwierig exakt die natürlichen Bedingungen wie in dem Verbreitungsgebiet der Fische zu simulieren. Dabei sind noch nicht mal alle Faktoren, die wichtig sind bekannt. Die Nachahmung der Natur in einem Aquarium halte ich persönlich für unmöglich. Die Einstellung von Extremwerten führt dabei meist zur Instabilität des Systems.

Auch sollte man berücksichtigen, dass viele Aquarianer mit härteren Wasser bessere Erfahrung gemacht haben. So gibt es in der Wissenschaft eine interessante Möglichkeit einen Prozess zu optimieren. Man geht nach der trial and error-Methode vor (Versuch und Irrtum). Dies führt oft zu den besten Ergebnissen.

Zu berücksichtigen ist aber, dass nicht jedes Aquarium gleich ist und nicht jeder Aquarianer es schafft in seinem Aquarium eine möglichst geringe Keimdichte zu gewährleisten, daher mein

Fazit:

→Informieren sie sich ruhig über die Wasserwerte der entsprechenden Tiere und versuchen sie diesen Werten nahe zu kommen. Sie können die Tiere aber auch in etwas härteren Wasser halten. Achten sie aber auf eine geringe Keimdichte zum Beispiel durch häufige Wasserwechsel. Übertreiben sie aber nicht und halten sie nicht Weichwasserfische in zu harten Wasser oder Hartwasserfische in zu weichen Wasser. Versuchen sie allgemein Extremwerte zu vermieden. Diese führen nur in der Natur zu stabilen Ökosystemen.

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Welche Wasserhärte für welchen Fisch? – die Diskussion

Sonntag 8. März 2009 von Stefanie

Bevor ich die Frage beantworte ob Weichwasser auch in härteren Wasser gehalten werden, möchte ich alle bitten sich die Grundlagen der Osmoregulation durch zu lesen. Oft wird im Netz die  Frage nach den erforderlichen Wasserwerten für die Fische gestellt. Sehr viele Bücher als auch Webseiten empfehlen, die Fische nach den zu Hause vorherrschenden Wasserwerten auszuwählen. Für die Fische werden in Verzeichnissen wie z.B. dem Zierfischverzeichnis (siehe Top 100 Liste) erforderliche Wasserwerte (KH, GH und pH-Wert) angegeben. Diese ergeben sich aus den Wasserwerten an den Verbreitungsorten der Fische in der Natur. Kann man solch ein Wasser den Fischen nicht zur Verfügung stellen, wird angeraten das Wasser zu enthärten oder aufzuhärten bzw. die GH und KH zu senken oder zu erhöhen. Um dies zu gewährleisten hält die moderne Aquaristik diverse Techniken und Chemikalien bereit.

Diskussion im Forum

Um diese Frage zu beantworten möchte ich euch eine Zusammenfassung einer Diskussion im Diskusforum (siehe 100 Top Liste) vorstellen, in der viele wichtige Teilaspekte behandelt worden sind. Die folgenden Begründungen bezogen sich dabei nur auf die Haltung und nicht auf die Zucht :

http://www.ph-diskus.de/Diskussionsforum/viewtopic.php?f=3&t=5507

Ausgangspunkt der Diskussion war ein Vortrag/Artikel aus der DATZ von Dr. Hetz.

In diesem berichtete er, dass der aktive Ionenaufnahmeprozess von Süßwasserfischen über die Kiemen zur Aufrechterhaltung der Ionenkonzentration in der Zelle sehr energieaufwendig ist. Aufgrund des höheren Ionenkonzentrationsgradienten im Weichwasser sollen Süßwasserfische dafür mehr Energie aufbringen als in etwas härterem Wasser.  Extremes Weichwaser soll also ungünstigere Bedingungen darstellen. Der Ionentransport verbraucht dabei ca.  30-50% des gesamten Energieverbrauches.

In der Natur in huminstoffreichen Wasser (Schwarzwasser) erleichtern Huminstoffe allerdings die Ionenaufnahme und zusammen mit einem niedrigen pH-Wert reduzieren beide Faktoren die Keimdichte.

Vom Standpunkt der Regulationsfähigkeit aus gesehen haben Untersuchungen gezeigt, dass Fische, die von weichen Wasser in hartes Wasser gesetzt wurden sind sich innerhalb weniger Stunden angepasst haben (Wood et al. 2002; Wang et al. 2003; Gonzalez & Wilson 2001). Die Anpassung von Weichwasserfischen in härterem Wasser geht dabei leichter und schneller, als bei Fischen, die hartes Wasser gewohnt sind und ins Weichwasser gelangen.

Sein Fazit:

→ Weichwasserfische kommen in etwas härteren Wasser besser zurecht als im extremen Weichwasser, sofern man die Keimdichte und Abbauprodukte durch andere Methoden reduzieren kann.

Hauptaussagen der Diskussion:

Befürwortung der Hypothesen:

- Kann ein Fisch in extremen weichen Wasser seine erforderlichen Ionenkonzentration aufrecht erhalten, so kann er diese erst recht im etwas härteren Wasser konstant halten, da bei geringeren Konzentrationsgradient weniger Energie aufgewendet werden muss.

- Erfahrungen haben gezeigt, dass Diskusfische während der Haltung in mittelharten Wasser (5 – 10°dGh) weniger Probleme zeigen als in extremen Weichwasser (<2dKH).

- Aquarienfische zeigen bei einer medikamentösen Behandlung mit Kochsalz eine relativ hohe Salztoleranz.

- In der Studie von Wood et al.  2007 konnte für den untersuchten Fisch, der zwischen Brackwasser und Süßwasser hin und herwandert erhebliche Unterschiede im Stoffwechsel gezeigt werden.

- Man kann im Aquarium nicht die gleichen Bedingungen wie im Amazonas nachahmen. Während in der Natur immer in geringen Konzentration die notwendigen Mineralien im Wasser vorhanden sind, kann man diesen Zustand im Aquarium etwas schwieriger bei extremen Weichwasser nachstellen

Daraus ergeben sich folgende Fragen:

Wieso leben Fische in extrem weichen Wasser?

Eine hohe Konzentration an Huminstoffen erleichtert die Ionenaufnahme und bewirkt mit einen niedrigen ph-Wert eine geringe Keimdichte. In einen Ökosystem existieren nur eine begrenzte Anzahl von ökologischen Nischen. Weichwasserfische können von konkurenzstärkeren Fischen  verdrängt werden und in lebensfeindlichere Orte übersiedeln. Durch ihre Anpassung an diese extremen Habitate können sie dort konkurrenzlos leben.

Der optimale pH-Bereich für viele Bakterien befindet sich zwischen pH 7,2 bis 7,8 (Schlegel 1992). Desweiteren benötigen sie im umgebenden Milieu genügend Ionen und organische Stoffe für den Aufbau ihrer Körpersubstanz. In  einem organisch verschmutztes, leicht alkalisches, mittelhartes Leitungswasser mit dauernd zugeführten organischen Nährstoffen, wie oft im Aquarium können Bakterien besonders gut leben. Viele Huminsäuren können das Wachstum von  Bakterien hemmen. Weitere Hemmfaktoren sind eine geringe Ionenkonzentration und ein geringer pH-Wert. Schwarzwasser bietet also  die umgekehrten Verhältnisse zu „normalem” Aquarienwasser.

Warum spielt der Energieaufwand in einem Aquarium mit ausreichender Futterzufuhr überhaupt eine Rolle?

Jungfische haben mehr Energie zum wachsen und weniger Energieaufwand bedeutet einen geringeren Stoffwechsel- eine geringere Ausscheidung organischer Stoffe und so weiter

Zu den Kritikanmerkungen

- Eine Aklimatisierung an die veränderten Wasserwerte ist keine Adaption

- Kann die Niere des Fisches in härterem Wasser unbeschadet eine geringere Durchflussrate tolerieren (ohne Ablagerungen) da sie sich ja innerhalb von 50 000 Jahren auf eine hohe Absonderung von Urin eingestellt bzw. angepasst hat?

- es wurde nur der Regulationsmechanismus für den Ionentransport berücksichtigt

- man kann nicht alle Wasserwerte messen, vieles ist noch unbekannt

Zu meiner Meinung und zu meinen Fazit komme ich dann morgen.

Weiterführende Literatur:

Hetz, S. K. (2003). Weichwasserfische und ihre Probleme. Aquaristik Fachmagazin (AF) 35, 109-110.

Wood, C. M., Du, J. Z., Rogers, J., Brauner, C. J., Richards, J. G., Semple, J. W., Murray, B. W., Chen, X. Q. and Wang, Y. X. (2007). Przewalski’s naked carp (Gymnocypris przewalskii): An endangered species taking a metabolic holiday in Lake Qinghai, China. Physiological and Biochemical Zoology 80, 59-77

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Weichwasserfische und hartes Wasser?

Sonntag 8. März 2009 von Stefanie

Um die häufig von Anfängern gestellte Frage zu klären, ob man Weichwasserfische wie zum Beispiel  Diskusse und L-welse auch in nicht so weichen Wasser halten kann, sind einige Grundlagen der Physiologie, bzw. der Osmoregulation erforderlich. Auf die Beantwortung der Frage an sich komme ich später.

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Osmoregulation bei Süß- und Salzwasserfischen

Sonntag 8. März 2009 von Stefanie

Osmoregultation

Werden 2 Lösungen, die unterschiedliche hohe Salzkonzentrationen aufweisen,  durch eine semipermeable Membran (nur für Wasser durchlässig) getrennt, so bewegt sich das Wasser von der geringer konzentrierten Salzlösung zur höher konzentrierten. Es kommt zum Ausgleich. Diesen Vorgang nennt man Osmose.

Ein Organismus besteht aus mehreren Zellen, die meistens eine von der Umgebung (außerhalb des Organismus) unterschiedliche Konzentrationan Salzen aufweisen. Um diese aufrecht zu erhalten sind verschiedene energieaufwendige Prozesse, die unter dem Oberbegriff Osmoregulation zusammengefasst werden, erforderlich. Einige Organismen besitzen keine Formen der Osmoregulation und ihr Zellmilieu entspricht dann dem osmotischen Wert der Umgebung (Osmosekonformer). Zu dieser Gruppe gehören viele Salzwasser-Wirbellose. Sie vertragen dabei nur geringe Schwankungen des Salzgehaltes der Umgebung. Diese Osmokonformer sind aber den Osmoregulierer zahlenmäßig unterlegen.

Unterschiede zwischen Süß-, und Salzwasserfischen

1) Salzwasserfische:

Salzwasserfische weisen eine geringere Salzkonzentration in den Zellen im Vergleich zum umgebenden Wasser auf. Ohne eine Osmoregulation würden sie ständig Wasser an die Umgebung abgeben und dehydrieren. Sie gleichen diesen Wasserverlust durch direkte Salzwasseraufnahme aus der Umgebung aus. Die mit aufgenommenen Salze müssen sie aktiv über die Kiemen (bei Knochenfische) oder Rektaldrüsen (Knorpelfische) ausscheiden.

2) Süßwasserfische:

Die  Zellen der Süßwasserfische zeigen eine höhere Salzkonzentration als das umgebende Medium.  Die Osmoregulation muss einem ständigen Wassereindringen über die Kiemen und Oberfläche entgegen wirken.  Für die Sauerstoffaufnahme nehmen Süßwasserfische relativ viel Wasser über die Kiemen auf. Dieses aufgenommene Wasser wird entsprechend durch stark verdünnten Urin ausgeschieden. Auch wenn der Harn kaum Salze enthält, da diese aktiv zurückgehalten werden, kommt es zu Ionenverlusten (Mineralverlusten) des Fisches, welche ausgeglichen werden müssen. Die Verluste der Salze können über die Nahrung, sowie durch Aufnahme von Ionen aus dem Wasser über die Chloridzellen an den Kiemen ausgeglichen werden. Der aktive Transport der Ionen in die Zellen mit einer höheren Ionenkonzentration erfolgt entgegen dem Konzentrationsgradienten und erfordert daher Energie.

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Einrichtungsbeispiel – Amanos Riesenaquarium

Freitag 6. März 2009 von Stefanie

Nach einen interessanten Trip nach Göttingen (sehr schöne Stadt) komme ich am Wochenende wieder dazu etwas zu schreiben. Da ja einige Leute an Einrichtungsbeispielen interessiert waren noch ein Einrichtungsbeispiel für alle Aquarianer, mit einen etwas größeren Aquarium :) oder man könnte schon fast Swimmingpool sagen:

Amanos Risenaquarium (sollte man als echter Aquarianer einmal gesehen haben:

http://aquascaper.blogspot.com/2007/11/video-von-amanos-riesenaquarium.html

Viel Spass beim Träumen…

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