blub und weg

Aquaristik Blog: schöne Aquarien glückliche Fische das ideale Aquarium

Mein Hammerschlag Wasserkelch (Cryptocoryne aponogetifolia)

Samstag 27. August 2011 von Stefanie

Meine Lieblingspflanze im Aquarium ist der Hammerschlag Wasserkelch (Cryptocoryne aponogetifolia). Diese Pflanze gehört zu den Cryptocorynen. Eine Pflanzengattung die aus Asien kommt und mit vielen unterschiedlichen Arten mit zum Teil verschiedenen Farben im Handel verfügbar ist.

Der Hammerschlag Wasserkelch weist lange hellgrüne lanzettartige Blätter auf. Diese sind ferner genoppt und werden zum Teil über einen Meter lang. Die längeren Blätter legen sich dann an die Wasseroberfläche an und können diese bei gutem Wuchs komplett bedecken!

Cryptocoryne aponogetifolia

Cryptocoryne aponogetifolia

Das schöne an der Pflanze ist ihr wuchtiges Erscheinungsbild in Verbindung mit dem starken Wachstum. Die Pflanze vermehrt sich über Ausläufer und kann binnen kurzer Zeit einen dichten Bestand bilden. Sie brauct nicht viel Licht, bevorzugt eher hartes Wasser als weiches und kommt auch mit wenig CO2 aus. Sie ist daher eine ideale Pflanze für ein Aqarium mit wenig Technik und vielleicht auch gerade deshalb für Anfänger geeignet.

Im Internet liest man stellenweise, dass sie besser wächst wenn weniger Pflegeaufwand betrieben wird. Was sie auf jeden Fall nach meiner Erfahrung gar nicht mag sind große Veränderungen in kurzer Zeit. Eingriffe in das System wie Wasserwechsel,  neues Licht, mehr CO2, Düngung, Pflanzenschnitt etc. sollte man eher zeitlich verteilt vornehmen. Bei zu großen Veränderungen reagiert sie mit der Cryptocorynenfäule, in dem sie alle Blätter binnen kurzer Zeit abschmeißt. Da sie aber sehr schnell wieder nachwächst, ist das ein Risiko, das ich in Kauf nehme und einfach versuche dem durch vorsichtiges Agieren zu entgehen.

Eines sollte man noch beachten, sie wächst nicht nur in die Höhe sondern auch in die Tiefe. Soll heißen, sie bildet sehr starke und viele Wurzeln aus, die auch ihren Platz benötigen.  Eine tiefe Bodengrundschicht ist daher ideal. Dementsprechend kann es bei einer Vergesellschaftung mit anderen stark wurzelnden Pflanzen wie zum Beispiel Echinodorus oder Vallisnerien-Arten zu Problemen kommen.

Die Wurzeln wachsen zum Teil auch aus den Boden heraus und bilden am Bodengrund ein regelrechtes Geflecht, in dem sich kleinere Fische gerne verstecken (siehe auch Foto). Ach ja einen Vorteil hat sie noch, die Fische haben sie glücklicherweise  nicht zum Fressen gerne.

So können sie ihren Anblick in Ruhe genießen.

 

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Woran merkst du, dass dein Aquarium konform mit der Wasserrahmenrichtlinie ist?

Sonntag 29. Mai 2011 von Stefanie

ein bisschen Spaß muss sein …

1) du hast nach einer stundenlangen Odyssee im Telefonnetz der Behörden und Fragen nach deinem Geisteszustand endlich jemand gefunden, der dir verrät zu welchem Flusseinzugsgebiet dein Aquarium zuzuordnen ist.

2) du stufst dein Wohnzimmer als vom Aquarium abhängendes Landökosystem und das Badezimmer als Feuchtökosystem ein.

3) um deine Aquariumränder äh Ufer vor dem Wellenschlag des Filterauslaufes zu schützen, hast du in das Aquarium und rundherum Schilf angepflanzt, dein Partner hat sich unnötigerweise beschwert, dass er durch das Schilf  den Fernseher nicht mehr sehen kann.

4) nach dem du jeden Besucher in einer zwei stündigen Ansprache über die Schutzziele und Handlungsanweisungen bezüglich deines Aquariums aufgeklärt hast, bekommst du komischerweise nur noch sehr selten Besuch.

5) du hast alle Wohngegenstände auf Bioprodukte umgestellt, damit aus der Luft keine prioritären und prioritär gefährlichen Stoffen mehr in das Aquarium eingetragen werden können.

6) im Aquarium hast du Messtechnik installiert, die über die Hälfte des  Beckens einnimmt, aber du weißt: dein Wasser ist in Ordnung.

7) du  fängst mit einem Kescher Kleinstlebewesen aus den Teichen deiner Nachbarn um die Artenvielfalt in deinem Becken zu verbessern, deine Nachbarn haben leider nicht so viel Verständnis und verfolgen dich mit Besen und Harke.

8 ) du hast dir für die nächsten sechs Jahre einen Bewirtschaftungsplan aufgestellt und trägst deine Reinigungsarbeiten in deine neu eigens dafür gekaufte Management-Software ein.

9) zwei Mal im Jahr schickst du dein Wasser ins Untersuchungslabor ein und lässt es auf prioritäre  und prioritär gefährliche Stoffe untersuchen, wenn doch nicht jedesmal der Kontostand so erbärmlich jammern würde

10) für eine effiziente Wassernutzung hast du noch bis vor kurzem dein Aquariumabwasser für die Toilettenspülung benutzt, bis dein seit kurzem verschollener Krebs dir bei einem Toilettengang in den Allerwertesten gekniffen hat

 

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Mein neues Aquarium

Dienstag 1. März 2011 von Stefanie

Ja, ja lang ist’s her. Wollte mal ein wenig berichten was sich bis her ereignet hat.

Das Fischsterben

Nach dem ich mein neues Aquarium in Koblenz so schön eingerichtet hatte, und die Pflanzen wuchsen und gediehen, musste ich leider feststellen, dass meine Fische nicht ganz so glücklich in ihrem neuen Heim waren. Sie wurden mit der Zeit immer weniger. Also fing die große Suche nach den Ursachen an. Da habe ich das Kork rausgeschmissen, habe für meine CO2-Anlage eine kleine Waschflasche zwischengeschaltet, habe große Wasserwechsel gemacht und und und. Nichts half!!!

Am Ende blieb nur noch ein Verdächtiger übrig: der Boden. Entgegen meiner eigenen Aussagen war ich so dumm gewesen und habe einen Langzeitbodendünger für die Pflanzen verwendet. Nannte sich Vulkanit. Ich hätte es doch eigentlich besser wissen sollen, ich Dösel, dass das nur Ärger macht. Wer kommt aber auch auf den Gedanken, dass ein Produkt aus dem Aquariumhandel nicht in Ordnung ist. Aber Pustekuchen, nach dem ich eine Wasseranalyse vom Leitungswasser und vom Aquariumwasser habe durchführen lassen, hatte ich die Erklärung. Einige von den Schwermetallgehalten waren im Vergleich zum Leitungswasser deutlich erhöht. Und da ich ja regelmäßig Wasser gewechselt habe, war nicht anzunehmen, dass sich diese Stoffe im Laufe der Zeit angehäuft hatten, zu dem ich von Anfang an nur Ärger hatte. Da scheint wohl eher das Vulkanit größere Mengen Schwermetalle ausgeschwemmt zu haben.

Da half alles nicht, ich musste den kompletten Boden austauschen und siehe da, es half. Gott sei Dank!!! Die Fische starben nicht mehr, sie waren eindeutig vitaler und ich erhielt bald Garnelennachwuchs.

Mein neuestes Aquarium

Vor ein paar Wochen bin ich noch mal umgezogen, ich glaube mittlerweile schon zum 10. Male. Das bedeutete wie üblich Stress pur, Kisten packen, Möbel schleppen, renovieren etc. aber diesmal kam eine Sorge hinzu. Es war der erste Umzug für mich mit einem Aquarium. Aufgrund der geringen Distanz der beiden Wohnungen war es jetzt aber nicht so viel anders als wenn man innerhalb der gleichen Wohnung auf ein neues Aquarium umsteigt. Das wichtigste war nur das Bodenmaterial und den Filterinhalt möglichst schnell in die neue Wohnung zu schaffen, damit die Bakterien überlebten. Ich habe mir dafür ein paar verschließbare Eimer aus dem Malerbedarf geholt, damit ging es total einfach.

Und natürlich es war ein Umstieg auf ein größeres Aquarium, wie sollte es auch anders sein?!

Da ich meinem Hammerschlag Wasserkelch ja etwas Gutes tun wollte, sollte es eine größere Höhe werden. Diese Cryptocorynen-Art wird nämlich 80 cm lang. Andererseits schwimmen meine kleinen Zwergpanzerwelse ja öfters zur Wasseroberfläche um Luft zu schnappen und eine große Höhe bei ca. 2 cm Fisch ist eine ganz schön große Distanz die es zu überwinden gilt. Das ist wohl mit einer der Gründe warum sich Panzerwelse in flacheren Aquarien wohler fühlen.

Ich habe aber einen Kompromiss gefunden: ein Schildkrötenbecken. Die Höhe ist mit 60 cm sehr hoch, ideal für meinen Wasserkelch aber, es gibt eine zweite Ebene, die nur ca. 15 cm von der Wasseroberfläche entfernt ist. Und meine kleinen Racker nutzen sie sehr gerne. Vor allem nachts tummeln sie sich gerne oben und verbringen ihre Nachtruhe dort oben. Auch die Garnelen sind sehr häufig oben anzufinden, aber die findet man eh in den unmöglichsten Positionen an den entlegensten Flecken. Sogar schon halb über der Wasseroberfläche habe ich sie gesehen. Als ob es im Becken nicht genug zu essen geben würde!

Die Wasserpflanzen wachsen zur Zeit recht gut, auch wenn ich vor kurzem  Probleme mit ihnen hatte. Da habe ich erst mal gelernt, dass es eine Crytocorynenfäule gibt. Von einen Tag auf den anderen hatte ich plötzlich Pflanzenmuss im Becken. Das war kein schöner Anblick. Dieses Phänomen soll angeblich eintreten, wenn sich große Veränderungen auf einmal für die Pflanzen ergeben. Sie schmeißen ihre Blätter ab um neue emporzubringen, die besser an die neue Situation angepasst sind. Da habe ich erst mal alles faulende Material entfernt, da ich Angst hatte, dass der Abbau des gesamten toten Materials den Sauerstoff zu sehr  entzieht und schlimmstenfalls mir das Becken noch umkippt (habe fast nur Cryptocorynen im Becken). Die Wurzeln und die guten Blätter sowie ca. zwei Blätter pro Pflanzen habe ich stehen gelassen. War glaube ich eine ganz gute Entscheidung, die Pflanzen sprießen wieder und es scheint sich wieder alles zu normalisieren.

Aquarium Februar 2011
Aquarium Februar 2011

Und endlich ist alles mal rundum glücklich im Becken.

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Aquariumbuch – Buchempfehlung

Samstag 13. Februar 2010 von Stefanie

Ich möchte heute jeden der etwas Englisch kann und Interesse an Aquaristik sowie deren Grundlagen hat ein besonderes Buch empfehlen. Das sagenumwobene Buch heißt „Ecology of the Planted Aquarium – A Practical Manual and Scientific Treatise for the Home Aquarist“ und wurde von  Diana Walstad verfasst.  Das Buch beinhaltet folgende Themen:

1) Pflanzen als Wasseraufbereiter

2) Allelopathie (Wechselwirkung zwischen Pflanzen Algen und Tieren, verursacht durch das pflanzliche Ausscheiden von chemischen Verbindungen)

3) Bakterien

4) Quellen von Pflanzennährstoffen

5) Kohlenstoff

6) Pflanzennährstoffe und Ökologie

7) Substrate

8 ) der Luftvorteil

9) Algenkontrolle

10) Aufstellen eines Aquariums und Unterhaltung

Sie geht dabei auf Erkenntnisse der wissenschaftlichen Forschung unter Verwendung sehr vieler Literaturquellen ein. Das Systemverständnis des ökologischen Gleichgewichtes in einem Aquarium steht dabei im Vordergrund. Dabei beschreibt sie das Grundlagenwissen (und auch darüber hinaus) was für ein erfolgreiches Unterhalten vor allem eines „Low-Tech“ Aquarium sinnvoll ist.

Leider habe ich bisher nur die ersten beiden Kapitel lesen können. Ich hatte aber den Eindruck, dass alles gut recherchiert ist und sich mit dem deckt was man sonst so in Ökologievorlesungen im Studium hört. Für Leute die sich ein bisschen mit Ökologie auskennen ist es eine gute Möglichkeit sein Wissen zu vertiefen oder aufzufrischen. Für absolute Einsteiger, könnte die Lektüre etwas schwieriger sein. Da müsste man mal schauen, inwiefern man mit den doch etwas häufiger gebrauchten Fachwörtern, die aber auch oft kurz erklärt werden, zu  Recht kommt. In ihrem Buch führt sie des Weiteren viele „Fragen und Antwort Fälle“ auf, wodurch das frisch Gelernte gleich in die Praxis übertragen werden kann. Von der Aufmachung her erinnert es allerdings eher an eine Wissenschaftliche Arbeit, denn bunte Fotos wird man hier vergebens suchen.

–> Dennoch, soweit ich das bis jetzt beurteilen konnte, handelt es ich um ein durchweg gelungenes Buch!

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Mein neues Aquarium

Samstag 12. Dezember 2009 von Stefanie

Der Standort und der Unterbau

Lange Zeit ist seit meinem letzten Eintrag vergangen, aber ich habe nun endlich mein eigenes Aquarium und möchte euch ein wenig davon erzählen.

Da unser Fußboden aus alten Holzdielen besteht, die lustig mitschwingen wenn die Waschmaschine in den Schleudergang schaltet (wohlgemerkt die Waschmaschine steht 2 Räume weiter) und weil ich meine Fische weder geschüttelt noch gerührt mag, musste der Standort und der Unterbau gut durchdacht werden.

Er sollte dabei Schwingungen auffangen und die Höhenunterschiede der alten Holzdielen ausgleichen. Meine erste Idee war natürlich Styropor, aber irgendwie hatte ich die Befürchtung, dass das Styropor unter der Belastung instabil werden könnte. Meine zweite Idee war eine Schrittschalldämmung, aber die waren zu dünn um die Höhenunterschiede auszugleichen. Und wie das Leben so spielt, traf ich meine endgültige Entscheidung erst im Baumarkt als ich direkt davor stand. Unterlegmatten für Waschmaschinen. Die müssen ja praktisch dafür ausgerichtet sein große Schwingungen und Belastungen aufzunehmen. Zusammendrücken konnte man sie auch leicht, also gekauft. Noch kurz eine Küchenarbeitsplatte besorgt und damit war der Unterbau schon mal fertig. Mittlerweile hält er schon einige Monate und ich hoffe auch noch ein bisschen länger.

Unterbau des Aquariums

Unterbau des Aquariums

Den Standort wählte ich einige Meter vom Fenster entfernt, direkt an einer Außenmauer und damit an einer hoffentlich tragenden Wand. Wobei das größere Problem wohl eher die alten Holzdielen sind.  Mein Aquarium hat die Ausmaße 80 cm mal 40 mal 50 cm. Nach oben ist also noch genügend Platz, sollten meine Pflanzen noch aus dem Wasser herauswachsen.

Die Einrichtung

Als Bodengrund habe ich sowohl Kies als auch Sand verwendet, die ich beide durch eine Plexiglasscheibe voneinander getrennt habe. Übrigens wächst meine Hygrophila polysperma (indischer Wasserfreund) in dem Sand besser als im Kies, also soviel zu den Gerüchten in Sand würde nichts wachsen!! Fairerweise muss ich aber erwähnen, dass die Pflanze viele Wurzeln oberhalb der Sandfläche ausgebildet hat. Das könnte aber auch normal sein, ich habe die Pflanze noch nie gepflegt.

Als Deko kam noch etwas Holz rein, ein Stein (ohne Kalk) und ein paar Erlenzapfen. Als Filtermaterial entschied ich  mich für Zeolith.  Die Kombination bescherte mir eine Reduktion der Wasserwerte von KH 10-11 auf 8 und GH von 19 auf 16 und das ohne technische Anwendung! Nachdem ich auch noch etwas Torf hinzufügte und Bio-CO2 anschloss, fiel mein pH-Wert von 7,5 auf 7,0 meine KH auf 7 und meine GH auf 12.

Trotz des elendig langen Waschens des Kieses und Sandes verschaffte mir das Zeolith einen Londoner Nebel in meinem neuen Aquarium:

Londoner Nebel im Aquarium

Londoner Nebel im Aquarium

Es gab nicht wirklich viel zu sehen. Nach ein paar Tagen klarte das Wasser wieder auf und ich konnte letzte Korrekturen vornehmen ohne raten zu müssen was ich überhaupt im Wasser treibe.

nach Klärung des Nebels

nach Klärung des Nebels

Die Korkwand

Schließlich  fügte ich noch eine Korkwand hinzu.

Korkwand

Korkwand

Die hatte aber ihre Tücken. Da sie nachträglich im laufenden Betrieb installiert wurde, fiel ein Befestigen mit Silikon aus. Also bohrte ich ein paar Löcher, schwang Nylonfaden hindurch und befestigte diesen an Saugnäpfen, die eigentlich mein Heizstab halten sollten. Ich hätte nicht gedacht dass es funktionierte aber die Saugnäpfe hielten tatsächlich das Kork unter Wasser!!  Silikon kann sich eh beim Zerfall des Korkes unter Wasser ablösen. An eine Korkwand kann man wunderbar Moos anbringen. Sah eigentlich sehr schön aus:

Mooswand

Mooswand

Die Rückwand

Nach einer Einlaufzeit von 8 Wochen und nachweislich kleinen Mengen an Nitrat im Becken konnten dann die ersten Fische einziehen. Habe ich jedenfalls gedacht. Nachdem 90% meiner kleinen Zwergpanzerwelse kurz nach dem Einzug verstorben sind, fing das große Rätselraten an. Nun, da ich eigentlich nichts anderes gemacht habe als sonst fiel meine Vermutung auf den Kork. Kork hat eine große Oberfläche und kann viele Substanzen, inklusive natürlich auch Schadstoffe, binden. Es konnte auch an den Fischen gelegen haben, da es nicht mehr die Vitalsten waren. Aber ich wollte auf Nummer sicher gehen und verbannte das Kork aus meinem Aquarium, führte einen Wasserwechsel durch und probierte es später noch einmal.

Das Kork fand Verwendung auf der Außenrückwand, die ich mir daraus bastelte. Dazu schnitt ich es in Scheiben und klebte es auf eine Pappe.  Wer noch nie Kork per Hand zersägt hat, dem sei hiermit gesagt, entweder man ist ein sehr gut durchtrainierter Sportler oder man handelt sich ein Riesen Muskelkater ein. Kork ist nämlich sehr weich und damit extrem störrisch beim Sägevorgang. Bevor ich anfing hatte ich mir gedacht, kann ja nicht so schwer sein. Pustekuchen!! Allerdings triumphierten letzendlich mein Frust und mein Dickkopf über meine Schmerzen.

Endzustand

Endzustand

Mittlerweile schwimmt ein kleiner Schwarm Panzerwelse durch mein Aquarium und scheint ganz glücklich sein und ich kann endlich wieder davor sitzen und in aller Ruhe entspannen. Jetzt muss ich nur noch etwas an meinem Pflanzenbewuchs arbeiten.

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Richtige Umzugszeit für Fische

Sonntag 2. August 2009 von Stefanie

Der Umzug in ein größeres Aquarium ist einer Phase mit großer Unruhe und verändertem Wasserspiegel vergleichbar. In der Natur treten solche Umstände zum Beispiel in der Regenzeit auf, wenn die Flüsse über die Ufer steigen und sich die Umwelt der Fische ändert.

Möchten man daher den Fischen einen verträglichen Umzug ermöglichen, verschiebt man diesen in die Phase der Regenzeit der Ursprungsorte der Fische. Tiere haben nämlich eine innere Uhr. Da die Fische in unseren Aquarien aber oft aus verschiedenen Regionen der Erde stammen, kann man eine allgemeine passende Umzugsphase nicht angeben.

Allein im Amazonasgebiet tritt die Regenzeit je nach Lage zu unterschiedlichen Zeiträumen auf. Im nördlichen Amazonasgebiet findet die Regenzeit in den Monaten April-August statt, im südlichen zwischen Oktober und April [1].

Besonders empfehlenswert ist eine Berücksichtigung der Regenzeit für einen Umzug, wenn man seine Fische zum Laichen stimulieren möchte. Nach vielen Zuchtberichten zufolge nutzen Züchter Faktoren wie Hochwasser, Niedrigwasser, Temperatur, Futtermenge etc. um ihre Fische in Laichstimmung zu bringen [2]. Sinnvoll ist es natürlich auch ein Umzug mit einer längeren Tiefdruckphase zu kombinieren. Die Fische sollen dies wahrnehmen können und verbinden dann diese Phase mit viel Regen und damit auch vielleicht mit einer Hochwasserphase.

Literatur

[1] http://www.panguana.de/Panguana/Okologie/Wasserkreislauf/wasserkreislauf.html

[2] http://www.zierfischforum.at/artikel/laichstimulation.html

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Umzug in größeres Aquarium

Sonntag 26. Juli 2009 von Stefanie

Wie das in der Aquaristik so ist, fängt man mit einem kleinen Aquarium an, wird von der Leidenschaft für dieses Hobby gepackt und möchte dann auf ein größeres umsteigen. Aber wie macht man das eigentlich?

1) Vorbereitungsphase

Zuerst entscheidet man sich natürlich für ein neues Aquarium, je nach Größe kann da eine Investition von neuer Technik erforderlich werden, wenn die schon vorhandene Ausrüstung für die neue Größe nicht angemessen ist.

Entscheidet man sich für ein neues Aquarium hat man die Möglichkeit einen neuen Standort auszusuchen. Erwirbt man dann auch noch alles neu vom Kies über Pflanzen bis zur Technik handelt es sich eher um eine Neueinrichtung als um einen Umzug. Diese Auswahl kann einiges leichter machen aber gleichzeitig wird es auch teurer und es besteht die Gefahr das neue Aquarium auch nach einer Einlaufphase von 4-6 Wochen zu überlasten. Der Fischbesatz des alten Aquariums entspricht ja eher dem eines schon länger bestehenden Aquariums mit gut ausgebildetem ökologischem Gleichgewicht. Bei einem neuen Aquarium fängt man ja normalerweise mit einigen wenigen Fischen an und steigert sich dann mit der Zeit.

Entscheidet man sich für einen neuen Standort und neue Technik, kann man vor dem Umzug den neuen Filter in aller Seelenruhe am alten Aquarium mitlaufen lassen und gegeben falls später nach dem Umzug auch noch das alte Filtermaterial zum neuen Filter hinzufügen. Eine weitere Möglichkeit bei Erwerb neuer Technik ist das alte Filtermaterial nach Fischumzug einfach in den neuen Filter umzuwechseln. Hierbei kann es zu einer Verminderung der Filterkapazität kommen, da die Bakterien aus dem alten sich an eine neue Umgebung gewöhnen müssen. In einem größeren Filter können sich Strömungsverhältnisse und damit Sauerstoffverhältnisse, Nährstoffverfügbarkeit etc. verändern.

Möchte man den alten Standort beibehalten wird alles etwas komplizierter, dann man das alte Aquarium erst entleeren und wegheben muss und erst dann das neue Aquarium platzieren kann.

Idealerweise stellt man die Fütterung der Fische ca.2 Tage vorher ein. So können überflüssige Nährstoffe abgebaut werden. Während des Umzuges kommt es zur Aufwirbelung von Mulm und damit zur Freisetzung von Nährstoffen. Schaffen die Bakterien dann nicht die Menge an Nährstoffen schnell umzusetzen, kann es zur kurzfristigen Entstehung von Nitrit oder dergleichen kommen.

Man sollte nach einem großen Eimer oder sauberen Gefäß Ausschau halten, an dem man dem Filter während des Umzuges weiterlaufen lassen kann. Für die Dauer des Umzuges wenn das Wasser aus dem alten Aquarium entfernt wird, bis das neue Aquarium mit neuen Wasser und Kies etc. gefüllt wird, kann der Filter nicht einfach ausgestellt und trockengelegt werden. Werden die Filtermaterialien nicht ständig mit Wasser umspült kann ein Sauerstoffmangel entstehen und die Bakterien sterben ab. Die organischen Stoffe werden anaerob (unter Sauerstoffmangel) abgebaut und es können sich fischschädlich Substanzen bilden, die man direkt in das neue Aquarium spülen würde. Damit sind die Fischkrankheiten oder Todesfälle vorprogrammiert.

Bei einem größeren Aquarium bietet sich natürlich auch der Kauf von mehr Pflanzen an und auch der Mehrbedarf an Kies sollte bedacht werden. Auf neue Fische sollte man erst mal verzichten. Zwar kann ein größeres Aquarium mehr Fische aufnehmen, aber auch das neu umgezogene Aquarium benötigt  ein wenig Zeit um das ökologische Gleichgewicht wieder herzustellen. Die Doppelbelastung mit neuen Fischen und dem Umzug kann nicht nur bei den neuen Fischen sondern auch bei den alt eingesessenen Fischen zu enormen Stress und damit zu Krankheiten führen.

2) Der Umzug

Der erste Schritt sollte in einer guten Planung bestehen. Alles was später benötigt wird, sollte griffbereit  liegen. Nichts ist stressiger als während des Umzuges festzustellen, dass einem was fehlt.

Es sollte ein großer Behälter mit Aquariumwasser abgefüllt und am besten mit einer Sauerstoffpumpe belüftet werden. Dann geht es ans Fischen. Auch wenn für den Umzug wenig Zeit besteht nicht panisch mit dem Kescher umherschlagen. Alle Fische werden behutsam oder schnell und schmerzlos (wenn man dies kann) eingefangen und in den Behälter mit dem Aquariumwasser umgesiedelt. Manchmal kann es sinnvoll sein sich vorher zu überlegen wie viele Fische man eigentlich hat. Fische können sich zum Teil recht gut verstecken und man möchte ja keinen vergessen.  Dekogegenstände wie Röhren, Wurzeln etc. können mit in den Fischeimer getan werden da sie zum einen oft blinde Passagieren enthalten (vor allem Welse) und da die Rückzugsmöglichkeiten im Eimer den Fischen den Stress etwas erträglicher macht. Auf eine Erwärmung des Behälts via Heizung sollte man verzichten, da die Regler sich nur schwer in kleinen Behältern einstellen lassen und man möchte seine Fische ja nicht kochen. Einen leichten aber dafür langsamen Temperaturabfall vertragen eh die meisten Fische. Bei springfreudigen und springfähigen Fischen empfiehlt es sich den Behälter abzudecken, da gerade Stress zum Springen animieren kann.

Nun ist der Filter an der Reihe. Er wird nun an einen zweiten Behälter (nicht Fischbehälter) mit Aquariumwasser angeschlossen oder gegeben falls an das neue Aquarium sofern dies an einem anderen Standort schon mit Wasser eingerichtet ist.

Aus dem alten Aquarium wird nun das verbleibende Wasser abgelassen und soviel wie möglich davon in sauberen Eimern oder dergleichen aufbewahrt. Steht das neue Aquarium an einen anderen Platz kann das Wasser natürlich auch dort hinein gegeben werden.

Im nächsten Schritt wird der Kies oder Sand aus dem alten Aquarium raus geschippt und aufbewahrt. Während meines Umzuges habe ich die unterste Schicht nicht wiederverwendet und weggeschmissen, da diese sehr stark durch den Mulm getrübt und wahrscheinlich sehr nährstoffreich war. Dadurch habe ich natürlich auch viele Bakterien verloren, aber im Filter und dem restlichen Kies waren ja auch noch welche und das Risiko des Umkippens war mir mit diesem belasteten Kies-Wasser-Gemisch zu groß. Denn gerade in den untersten Kiesschichten kann es zu einem unvollständigen Stoffabbau kommen.

Ist das alte Aquarium so gut wie entleert oder vollständig entleert, kann es vom seinem Standort entfernt werden. Ich möchte in aller Deutlichkeit hier wiederholen: Nur ein entleertes Aquarium sollte verschoben werden. Noch vorhandene Wasser und Kiesmassen können enorme Kräfte während des Transportes eines Aquariums aufbauen, die das Aquarium zum Bersten bringen können.

Nun kann das neue Aquarium dort platziert werden sofern man dies möchte. Der aufbewahrte Kies wird in das neue Aquarium gegeben und gegeben falls neuer vorher gewaschener Kies mit hinzugefügt. Die Pflanzen werden gesteckt und die Dekoration platziert.

Das aufbewahrte Aquariumwasser kann nun langsam eingefüllt werden. Je behutsamer man vorgeht desto weniger Mulm wird ausgeschlemmt. Dennoch wird sich das Wasser sehr trüben, dies legt sich aber nach einer gewissen Dauer. Da sich das Volumen vergrößert hat, muss zusätzlich zum alten Aquariumwasser neues Wasser hinzugefügt werden. Idealerweise handelt es sich dabei um abgestandenes Wasser. Nach dem Wasserauffüllen wartet man nach Gefühl eine Weile bis sich die größten Massen gelegt haben bzw. bis sich die Trübung etwas vermindert hat und installiert den Filter an dem neuen Aquarium.

Ist der Filter angebracht und in Betrieb genommen würde ich ebenfalls noch eine Weile warten bis man die Fische in das neue Aquarium übersiedelt.

Die Fische sollten wie bei jedem Neueinzug an das neue Aquariumwasser gewöhnt werden. Also nicht einfach in das neue fremde Wasser „kippen”. Es empfiehl sich, um den Stress für die Fische zu minimieren, das Licht auszustellen.

3) Nachbereitungsphase

Nach dem Umzug empfehle ich ebenfalls eine Fastenphase von 2 Tagen oder sehr sparsames Füttern.

Innerhalb der nächsten Tage sollten die Fische auf Krankheitsanzeichen hin beobachtet werden.

Und wenn alles gut läuft freuen sich Fische und Besitzer über die neuen Dimensionen  :) .

Zusammenfassung

Fischumzug/Aquarienumzug – Tabellarische Zusammenfassung

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Verfügbarkeit von Schadstoffen, Medikamenten und Nährstoffen

Donnerstag 11. Juni 2009 von Stefanie

Gelangt eine Substanz in ein Aquarium, ob gewollt als Dünger und Medikament oder ungewollt als Schadstoff,  so kann sie nur auf die Lebewesen einwirken, wenn sie biologisch verfügbar ist.  Die Bioverfügbarkeit unterteilt man dabei in ökotoxikologische und toxikologische Verfügbarkeit.

Die ökotoxikologische Bioverfügbarkeit ergibt sich aus den Stoffeigenschaften und den physikalisch-chemischen Eigenschaften der Umwelt, die entscheiden ob der Stoff überhaupt bis zum Organismus gelangt.

Die toxikologische Verfügbarkeit hängt von  den Organismusfunktionen ab. Diese bestimmen ob die Substanz vom Körper aufgenommen und zum Zielort angelangt, wo es ihre  positive oder negative Wirkung entfaltet.

Im Laufe der Jahrtausende haben die Organismen Mechanismen entwickelt, welche es ihnen erlauben, sich vor Stoffen zu schützen und andere wiederum aufzunehmen und gar im Körper auf zu konzentrieren. Daher sind die Konzentrationen von Stoffen im Organismus selber meist anders als im umgebenden Medium. Diese Mechanismen sind dabei an die natürlichen Verbreitungsgebiete angepasst von Art zu Art etwas verschieden, haben aber auch ihre Grenzen. An neuere Umweltschadstoffe, die erst in letzter Zeit von Menschen produziert werden, konnten sich die Organismen noch nicht so gut anpassen. Zellmembranen bilden zum Beispiel eine Barriere gegen das wahllose Eindringen von Substanzen in den Körper. Dabei werden gerade fettlösliche Stoffe besser aufgenommen als wasserlösliche.  Im Körper selber kann der Stoff auf chemischen Weg entgiftet und/oder vermehrt ausgeschieden werden. All diese Funktionen sind sehr oft mit dem Gesundheitszustand, oder anderen Faktoren, wie Gewicht, Geschlecht, Vorbelastung etc. korreliert. Gesunde Fische verkraften eher eine kleine Schwankung als ältere und schwache Fische. Daher wirken Schadstoffe oder auch Medikamente immer verschiedene auf unterschiedliche Arten aber auch auf unterschiedliche Individuen der gleichen Art ein.

Die Stoffmerkmale aber auch die Gegebenheiten des Ökosystems im Aquarium beeinflussen unterdies  in welcher Menge nun der Stoff im Wasser frei für die Lebewesen verfügbar ist. Viele Substanzen binden schließlich an Oberflächen vom Boden (Sand und Kies) am Holz, am Mulm etc. Dies gilt auch für nützliche Stoffe wie Medikamente und Dünger. Gerade Mulm hat ein großes Potential für die Stoffbindung. Daraus erklärt sich u.a. auch  seine wichtige Funktion für das Gleichgewicht im Aquarium.  Die gebundenen Stoffe können abhängig von der Bindungsart, aber auch wieder abgegeben werden. So kann Kupfer aus Medikamenten im Boden gespeichert und nach einer Weile wieder freigesetzt werden, wobei  dann vor allem Bodentiere, wie Welse, dem Kupfer vermehrt ausgesetzt sind. Daher empfiehlt es sich ab und zu den Mulm etwas abzusaugen. Die Verfügbarkeit von Substanzen kann auch durch die Reaktion mit Sauerstoff verringert werden (so wird die oxidierte Form von Eisen von Pflanzen kaum aufgenommen). Durch die Erhöhung der Fettlöslichkeit , zum Beispiel durch Bindung in bestimmten Komplexen, kann die Verfügbarkeit aber auch erhöht werden. Bei den im Handel angebotenen Wasseraufbereitern weiß ich nicht, ob diese tatsächlich die Schadstoffe dauerhaft binden können, oder ob sie, wie bei vielen Komplexverbindungen,  die Schadstoffe einfach nach gewisser Zeit wieder abgeben.

Die Verfügbarkeit von Schadstoffen, Nährstoffen und Medikamenten im Aquarium hängt daher von sehr vielen Faktoren ab, wobei jedes Aquarium hierbei aufgrund seines individuellen Fisch, Pflanzen, Kies und Mulmbestand sowie anderen Faktoren unterschiedlich reagieren kann. Daher ist eine effektive  Dosierung von Medikamenten und Dünger in jedem Aquarium immer etwas anders und schwer vorauszusagen. In den Packungsbeilagen einiger Medikamente stehen daher Angaben über verschiedene durchzuführen Aktionen, die die Verfügbarkeit verändern können, wie UV- Geräte ausstellen etc.

Zu dem Punkt Dünger und Nährstoffe noch ein paar kleine Bemerkungen. Jede Pflanze ist auf Nährstoffe angewiesen um zu leben und zu wachsen. Dabei gibt es eine Reihe an Nährstoffen, die jede Pflanze benötigt, allerdings variieren die Anteile und Mengen der erforderlichen Nährstoffe von Pflanze zu Pflanze im leichtem Maße.  Ein Voll-Dünger-Präparat wird daher in einem Aquarium mit mehreren Pflanzenarten nie allen gerecht werden können. Nun ergeben sich weitere Probleme dadurch, dass diese Zusammenhänge zum einen noch nicht ausreichend erforscht sind. Zum anderen gibt es Nährstoffe, die wiederum andere Stoffe („Begleitstoffe”) erfordern um aufgenommen zu werden. So kann ein überdosierter Nährstoff zum Aufbrauchen des erforderlichen „Begleitstoffes” führen und damit ein Mangel des  „Begleitstoffes” verursachen. Viele Zusammenhänge im Körper von Tieren Menschen und Pflanzen sind noch unklar. Was heute als gesund gilt, ist morgen schädlich. Daher würde ich eher für eine ausgewogene Ernährung der Fische mit hochwertigen und abwechslungsreichen Futter plädieren, aus dessen Kot dann Nährstoffe freigesetzt  werden. Und man sollte es auch aus einem anderem Grunde nie mit Dünger übertreiben denn:

à Jeder Stoff kann schädlich wirken, es kommt nur auf die Konzentration an!!!

Zusammenfassung:

  • Substanzen könne abhängig von verschiedenen Faktoren unterschiedlich verfügbar sein
  • dabei zeichnet sich jedes Aquarium durch eine einzigartige Faktorenkonstellation aus
  • der Mulm und der Bodengrund können viele Schadstoff, Nährstoffe und Medikamente speichern aber auch wieder abgeben
  • eine Überdosierung von Dünger kann zu Schäden an Pflanzen und Fischen führen.

Weitere Literatur

1) Fent Karl (2003). Ökotoxikologie. Thieme

2) http://www.i-feelgood.net/ernaehrung/naehrstoffe_vh.php

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Veränderungen

Mittwoch 27. Mai 2009 von Stefanie

Jaja lang ist mein letzter Artikel her…

Bei mir hat sich aber auch viel verändert. Ich bin nicht mehr auf Jobsuche :) ,  bin mal gerade eben von Gelsenkirchen nach Koblenz gezogen und habe wieder die Gelegenheit ein Aquarium zu stellen. Da kommt der Denkapparat ins Rattern. Mal schauen was es für ein Aquarium wird. Und da ich jetzt auch nach langen Kampf mit der Kabelgesellschaft endlich wieder  über Internet verfüge, werde ich mich auch wieder meinem Blog mehr zuwenden.

Also bis dann…

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Nitritvergiftung – die physiologische Wirkung von Nitrit

Mittwoch 29. April 2009 von Stefanie

Jeder Aquarianer weiß ja, dass Nitrit giftig für seine Fische ist, aber warum eigentlich?

Direkte Wirkung

Nitrite können Fische direkt schädigen  oder indirekt durch Stress. Es handelt sich dabei um eine sehr reaktionsfähige Substanz,  die in der Lage ist andere Stoffe zu oxidieren. Nitrite können an Stelle des Sauerstoffs an Eisenatomen in eisenhaltigen Enzymen gebunden werden, wie zum Beispiel den Enzymen der Zellatmung.

Ein wichtiges Eisenenzym ist das Hämoglobin, welches den Sauerstoff im Blut transportiert und so die Sauerstoffversorgung der Fische sicherstellt. Nitrit oxidiert dabei das Eisenatom und das Hämoglobin wird in Methämoglobin umgewandelt, welches in der Form zwar Sauerstoff aufnehmen, aber nicht mehr an die Zellen abgeben kann.

Nun besteht die Möglichkeit die Oxidierung des Eisenatoms durch ein körpereigenes Enzym wieder aufzuheben und das Methämoglobin wieder in Hämoglobin umzuwandeln. Bei Vorliegen größerer Mengen stark oxidierender Substanzen, wie Nitrit, kommt der Reparaturmechanismus aber nicht mehr hinterher und die Fische können trotz guter Sauerstoffverhältnisse im Becken unter Sauerstoffmangel leiden. Aus diesem Grunde  erklärt sich das Symptom der schnellen Atmung bei einer Nitritvergiftung.

Da die Nitritionen über die Chloridzellen aufgenommen werden und mit den Chloridionen konkurrieren, kann es zur Verarmung an Chloridionen in Fischen kommen. Chloridionen üben wichtige Funktionen im Körper aus und sind daher lebenswichtig.

Im Körper angelangt kann Nitrit zu einer Abreicherung von Kalium aus den Erythrozyten (enthalten das Hämoglobin) führen [1]. Auch Kaliumionen spielen eine wichtige Rolle im Körper wie zum Beispiel in der Osmoregulation.

Desweiteren vermögen Nitrite mit Aminen im sauren pH-Milieu zu krebserregenden Nitrosaminen zu reagieren.

Indirekte Wirkung

Nitrite sind im Stande, wie auch andere giftige Substanzen, zu Stress zu führen. Fische schützen sich bei Stress durch die Ausschüttung von Stresshormonen. Diese sollen eigentlich Energie bereitstellen, damit der Fisch der Gefahrenquelle entfliehen kann oder gegeben falls für einen Kampf  bereit ist. Das Stresshormon Kortisol zum Beispiel wirkt entzündungshemmend und unterdrückt das Immunsystem, was ja viel Energie benötigt.

In einer Studie von Carballo et.al [2] stieg nach Belastung von Regenbogen-forellen mit Nitrit deren Kortisolspiegel an. Die Kortisolkonzentration im Blut kann zwar auch durch Bewegung wieder abgebaut werden (Abbaugeschwindigkeit kann auch unter Umständen langsamer sein), in dem Moment des hohen Kortisolspiegels sind Fische aber anfällig gegenüber Krankheiten. So entwickelten in der Studie von Carballo et.al [2] alle Regenbogenforellen, dessen Kortisolspiegel höher als 370ng/ml war, eine Pilzkrankheit, der sie kurzfristig ausgesetzt wurden. Bei den Regenbogen-forellen mit einer geringeren Kortisolkonzentration als 370ng/ml brach die Krankheit nur mit einer Wahrscheinlichkeit von 24% aus.

Nitrite können so in sublethaler (nicht tödlicher) Konzentration die Entwicklung und das Aufkommen von Krankheiten begünstigen. Dies kann auch für bakterielle Krankheiten gelten [3]. Hierbei sei noch angemerkt, dass auch geringe aber dafür stetige Belastung zu Stress führen (Dauerstress) und  gesundheitliche Konsequenzen mit sich bringen können.

–> Daraus wird deutlich, warum man Fische immer unter guten Wasser-verhältnissen pflegen sollte und warum Fische im schlechten Wasser häufiger krank werden bzw. krankheitsanfälliger sind als Fische in unbelastetem Wasser.

Auch wenn ihre Fische bei einer erhöhten Nitritkonzentration nicht unbedingt sofort sterben, kann sich die Nitritbelastung doch später rächen und die Fische erkranken plötzlich. Daher sollte bei einer Neueinrichtung immer die Einlaufphase (am besten 4-6 Wochen) eingehalten werden.

Literatur:

[1] JENSEN, F.B. (2003). Nitrite disrupts multiple physiological functions in aquatic animals. Comparative Biochemistry and Physiology A 135 (1):9-24.

[2] M. CARBALLO,* M. J. MUN ˜OZ, M. CUELLAR, AND J. V. TARAZONA (1995). Effects of Waterborne Copper, Cyanide, Ammonia, and Nitrite on Stress Parameters and Changes in Susceptibility to Saprolegniosis in Rainbow Trout (Oncorhynchus mykiss). Appl. Environ. Microbiol Vol. 61, No. 6: 2108-2112

[3] Hanson, L. A., and J. M. Grizzle. 1985. Nitrite-induced predisposition of channel catfish to bacterial diseases. Prog. Fish-Cult. 47:98-101

http://www.bssw-online.org/archives/266

Kategorie: Krankheiten, Physiologie | Keine Kommentare »

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